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25

November

Bei Themen die einen interessieren ist es ja oft so, dass sie auf einmal allenthalben aufzutauchen scheinen. Es umgibt einen andererseits ständig so viel verschiedene Information, dass man kaum dazu kommt, Gelerntes in Relation zueinander zu setzen. Mit dieser kleinen Illustration habe ich das versucht.

Es ist eine sehr friedliche, unschuldige Stimmung, die ich erzeugen wollte. Ganz bewusst habe ich mir für diesen ersten Blog-Beitrag kein Problem gewählt, sondern etwas dass jedem weiterhelfen kann. Bäume, Natur ist einfach (noch) da. Wir können uns in sie hineinbegeben, um zwischen uns und unsere Probleme eine Distanz zu schaffen. Wie oft kam mir beim Spaziergang schon der rettende Gedanke zu einer drängenden Angelegenheit und wie viel klarer fühlt sich der Kopf nach einer Stunde im Wald an!

In diesem Zusammenhang stieß ich auf einen Podcast über die Sprache der Bäume und lernte von der Kommunikation die sie untereinander pflegen. (Das Buch hierzu ‚die geheime Sprache der Bäume‘, von Erwin Thoma hat uns Deutsche ja ins Herz unserer Waldhaftigkeit getroffen und hielt sich, völlig zu Recht wie ich finde, monatelang auf sämtlichen Top-Tens des Buchhandels.)

Daraufhin hörte ich einen Beitrag über Oxytoxin, ein Hormon, von dem man lange dachte, es würde nur von Frauen in der Schwangerschaft und im ersten Lebensjahr des Kindes in hohen Konzentrationen produziert. Der schlaue Henry Hallett Dale, der es bereits 1906 entdeckte, fand den Zusammenhang mit der Bindungsbildung zwischen Mutter und Kind, sowie dass es bei der Milchproduktion und dem Geburtsvorgang eine große Rolle spielt. Und so hatte es seine Bezeichnung ‚Mutterhormon‘ weg. Später wurde es dann allgemein als ‚Kuschelhormon‘ bezeichnet, nachdem man herausfand, dass es Angst reduziert und bei seiner Ausschüttung Menschen empathischer und sozialer reagieren. Außerdem spielt es eine Rolle bei der Vertiefung von Freundschaften und beim Verlieben.

In neuesten Studien haben Wissenschaftler das Oxytoxin in einem ganz anderen Zusammenhang entdeckt: Es wird ebenfalls vermehrt ausgeschüttet, wenn wir uns länger in der Gegenwart von Bäumen aufhalten. Nun gibt es also den biochemischen Beweis für die enge Bindung zwischen Menschen und Bäumen. Ihr Schutz ist uns sozusagen in unseren Genen festgeschrieben.

In Japan ist das Waldbaden, Shinrin Yoku, ein feststehender Begriff. Als Behandlung von Stresssymptomen, depressiven Verstimmungen und Herzkreislaufproblemen wird es dort in der traditionellen Medizin seit jeher als Therapie eingesetzt.

Mittlerweile ist Shinrin Yoku als Trend bei uns angekommen. Sogar das Pamphlet meiner Krankenkasse behandelte das Thema auf einer ganzen Doppelseite. Es war die logische Konsequenz für mich, das Ganze in eine kleinen Illustration umzusetzen. Sie soll die erste einer Reihe werden, in der ich zu verschiedensten Themen zeichne, male, collagiere oder fotografiere. Es ist meine Methode, mich zu mehr praktischem, künstlerischen Tun zu bringen. Und Dir, verehrter Leser, wird es hoffentlich Vergnügen bereiten.

Eigentlich hatte ich den Anspruch, den Titel der Illu mit dem Pinsel zu zeichnen. Mir war aber klar, dass Kanji – die Schriftzeichen der japanischen Sprache nicht in einer Woche zu lernen sind.

Ich zog mir einige Videos auf  YT rein, in welchen zartgliederige Japanerinnen in perfekten Bewegungen perfekte Zeichen zu Papier bringen. Diese Kunstform ist auf jeden Fall einen weiteren Beitrag wert…
Meine jämmerlichen ersten Versuche seht ihr hier. 🙂

Weiterführende Links

Der Podcast ‚BR Radio Wissen‚ hält interessante Beiträge zu fast jedem Thema bereit. Auf der Seite einfach nach Bäume suchen und ‚Wie Bäume kommunizieren‘ unbedingt anhören!

Ein interessanter Artikel aus der FAZ ,Das macht die Gefühle zum Thema Oxytoxin und Liebe. Allerdings finde ich, es geht doch ein bisschen weit, zu sagen, alle romantischen Gefühle ließen sich auf biochemische Prozesse zurückführen. Dafür bin ich zu sehr Romantikerin. But who knows…

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